VERHALTENSKOMPASS
Ich als Vorbild - Verbalisieren der Gefühle
Ein Machtkampf zwischen Lehrperson und Kind. Wer gewinnt?
- Das Kind will vor den anderen das Gesicht nicht verlieren.
- Die Lehrperson will nicht an Autorität büssen.
Für unsere Selbstsorge brauchen wir eigene Selbstschutzstrategien und müssen unsere eigenen Gefühle gegenüber Kindern reflektieren (Strömer, 2022, Hehn-Oldiges, 2021).
Verbalisieren Sie Gefühle
Anpassung kann zur Unterdrückung führen
Kinder lernen schon früh Ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Jedoch lernen sie auch schnell, sich anzupassen und sie zu unterdrücken. Für die Emotionsregulation und für ein späteres gelingendes Sozialverhalten, ist es wichtig, Gefühle zu benennen und ihnen Raum zu geben.
Gefühle beim Kind benennen
"Du bist wütend, weil Lea dir den Turm umgehauen hat."
"Du bist traurig, soll ich dich in den Arm nehmen?"
"Ich verstehe dich, du willst unbedingt mitspielen. Jetzt ärgerst du dich. Anna und Sara haben das Spiel jedoch bereits begonnen. Was meinst du, sollen wir tun?"
Spiegelneuronen
Wenn ein Kind wütend ist, kann das in uns selbst aufgrund der Spiegelneuronen Stress auslösen.
Überlegen Sie sich: Was können Sie tun, dass Sie nicht in dieselben Gefühle reinrutschen?
Sie sind Vorbild!
Kinder lernen von nahen Bezugspersonen
Beim Aufbau von Emotionsregulation und kognitiver Perspektivenübernahme – also der Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen ("Wie fühlt sich das andere Kind?") – spielen Bezugspersonen, insbesondere auch Lehrpersonen, eine zentrale Vorbildrolle (Fröhlich-Gildhoff et al., 2020).
Indem wir unsere eigenen Gefühle benennen und offen zeigen, wie wir mit schwierigen Situationen umgehen, ermöglichen wir Kindern, von uns zu lernen.
Beispiel aus der Praxis:
„Ich merke, dass ich wütend bin. Ich atme jetzt tief ein und aus, damit es mir besser geht.“
Wichtig: Vermeiden Sie es, Kinder zu beschuldigen oder zu beschämen. Aussagen wie „Du hast mich traurig gemacht!“ sind nicht hilfreich und können das Kind emotional belasten.
"In der Schule braucht es eine Begleitung der Emotionsregulation als Prävention für Störungen im Sozialverhalten" (Blumenthal et al., 2020)
Gefühlskarten in der Klasse
Was heisst Stolz? Was ist Neid?
Gefühle sollen im Unterricht thematisiert werden, sodass die Kinder ihre eigenen Gefühle besser einordnen können. Dazu eignen sich Gefühlskarten. Sie können im Schulzimmer aufgehängt werden, um einfacher darauf Bezug zu nehmen.

Praxis
Praxis
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Üben Sie sich in der Emotionssprache bei den Schülern. Es hilft den verhaltensauffälligen Kindern langfristig Ihre eigenen Emotionen zu spüren und Emotionen anderer Kinder zu erkennen.
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Teilen Sie Ihre Strategien mit den Schülern und seien Sie sich ihrer Vorbildfunktion bewusst.