VERHALTENSKOMPASS
Raus aus der Erschöpfung - rein in die Bewältigung
Aktiv werden.
Distanz herstellen,
aktiv werden
Wenn die aktuelle Situation – Ihr "Plan A" – Sie in ein tiefes Gefühl der Ohnmacht stürzt und Sie sich hilflos fühlen, ist dies ein Signal, das ernst genommen werden muss. In solchen Momenten sind Distanz und, falls nötig, professionelle Unterstützung (z.B. psychologische Begleitung) unerlässlich, um wieder zu Kräften zu kommen und die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Wir alle erleben Phasen, in denen wir zu viel Energie verlieren und zu wenig auftanken können.
Die entscheidende Frage, um aus dieser Ohnmacht herauszufinden, lautet: WIE kann ich wieder AKTIV werden? Wenn sich Plan A aussichtslos anfühlt, brauchen Sie dringend einen Plan B. Überlegen Sie mit Unterstützung anderer: Was ist mein Plan B? Welche Schritte kann ich jetzt gehen, um wieder Kontrolle und Gestaltungsmöglichkeiten zu erlangen?
Langfristige Lernfelder
Was können wir tun, um diesen Zustand nachhaltig zu überwinden und zukünftig vorzubeugen?
Wahre Erholung und langfristige Stabilität erfordern mehr als nur kurzfristige Massnahmen. Es braucht Strategien, die sowohl äussere Belastungen reduzieren als auch innere Einstellungen und Verhaltensmuster positiv verändern. Die folgenden Punkte zeigen verschiedene langfristige Lösungsansätze auf, die Ihnen helfen können, aus der Erschöpfungsspirale auszubrechen und Ihre Energiebalance wiederherzustellen:
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Realität akzeptieren und Idealismus hinterfragen: Die aktuelle Situation anerkennen (ohne zu resignieren), um neue Energie für Veränderungen zu gewinnen und überzogene Idealvorstellungen abbauen.
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Eigene Erwartungen und Perfektionsanspruch reduzieren: Definieren, was "gut genug" ist, besonders im beruflichen Kontext.
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Identifikation mit der Arbeit reduzieren: Erkennen, dass das Leben aus vielen verschiedenen Facetten besteht und sich nicht nur über die berufliche Leistung definiert.
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Regelmässige, feste Auszeiten einplanen: Wöchentliche Erholungszeiten für sich selbst fest im Kalender verankern und bewusst für Dinge nutzen, die Energie geben.
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Vergleichsverhalten bewusst steuern: Fokus auf den eigenen Fortschritt und die eigenen Stärken legen, anstatt sich ständig mit (oft idealisierten) anderen zu vergleichen.
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Ein unterstützendes Umfeld suchen und nutzen: Sich auf Freunde, Familie oder erfahrene Kollegen stützen und deren Unterstützung annehmen.
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Zeitliche Grenzen setzen: Geschützte Zeitfenster für konzentriertes Arbeiten oder Pausen planen, um Distanz zu schaffen und Unterbrechungen zu minimieren.
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Professionelle Unterstützung im Team suchen: Teamcoaching oder Supervision nutzen, um gemeinsame Belastungen und Rollen klarer zu gestalten.
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Aufgaben realistisch planen und sich belohnen: Machbare To-Do-Listen erstellen und sich bewusst kleine Belohnungen gönnen, wenn Aufgaben erledigt sind.
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Feedback aktiv einholen: Regelmässig Rückmeldung zur eigenen Arbeit suchen, um Unsicherheiten zu reduzieren und Wertschätzung zu erfahren.
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Arbeit positiv besetzen: Gezielt auf positive Aspekte der Arbeit achten und kleine oder grosse Erfolge feiern.
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Zeitmanagement optimieren: Routineaufgaben durch effektivere Planung und Organisation effizienter gestalten, um Aufwand und Nutzen zu verbessern.
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Gedanken sortieren und innere Distanz gewinnen: Eigene Gedanken und Gefühle regelmässig notieren (z.B. Journaling), um Klarheit zu gewinnen und Grübelspiralen zu unterbrechen.
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Jobwechsel als Option prüfen: Wenn alle anderen Massnahmen nicht greifen und die Belastungen primär am Arbeitsplatz liegen, kann ein Jobwechsel eine notwendige langfristige Lösung sein.
Was sind Ihre Träume?
Verlassen Sie sie nicht!
Neue Glaubenssätze
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Ich darf Fehler machen.
- Ich darf es mir leicht machen.
- Ich darf mir Zeit lassen.
- Ich darf mich zeigen, so wie ich bin.
- Ich bin genug.
- Meine Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die Bedürfnisse anderer.
- Mein Leben ist nicht meine Arbeit.
- Ich muss meine Arbeit nicht stets mit Begeisterung tun.
- Ich muss nicht von allen gemocht werden.
- Die Dinge müssen nicht immer so laufen, wie ich es will.
- Nicht jede Kritik beweist, dass ich etwas falsch mache.
Kurzfristige Lösungen
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Abreagieren: Wut Rauslassen durch Bewegung / alles aufschreiben und verbrennen
- Ablenken: Telefonieren, sich einer anderen Aufgabe zuwenden
- Gedankenstopp: Bewusst die Gedanken stoppen
- Gedanken umdeuten: Z.B. "Das schaff ich nicht" in "Ich darf mir Hilfe holen"
- Entspannen: Spaziergang, Badewanne, Musik hören, etc.
...Fragen Sie sich "Was tut mir jetzt gut?"