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Negative Verhaltensweise als Fähigkeit sehen & darauf aufbauen

Kinder spielen mit Lego

Jede Fähigkeit hat ihren Nutzen
 

Es ist hilfreich alle Verhaltensweisen positiv zu betrachten und jede Verhaltensweise, ob gut oder schlecht, als Fähigkeit zu sehen.

Jede Verhaltensweise ist in gewissen Situationen vorteilhaft.

Das Kind für diese "negative" Fähigkeit zuerst anzuerkennen hilft bei der Problemlösung.

Beispiele

Aggression 

ist auf den ersten Blick im Unterricht negativ. Aggression und Wut stehen komplementär zur Zurückhaltung. Wenn man sich in einer ausserschulischen Situation wehren muss, kann es von Vorteil sein, wenn Aggression stärker ausgeprägt ist als Zurückhaltung.

Ich sage dem Kind: "Ich finde es toll, dass du deine Grenzen kennst und dich wehren kannst! Das kann nicht jedes Kind. Kennst du noch andere Möglichkeiten, um dich zu wehren anstatt schlagen?"

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Schlampigkeit 

ist auf den ersten Blick im Unterricht negativ. Komplementär zu Schlampigkeit steht der Perfektionismus. In einer Situation, wo wir mit Aufgaben überlastet sind, kann es für unsere Gesundheit hilfreich sein «schlampig» und lockerer zu sein als alle Aufgaben sehr genau auszuführen.

Ich sage dem Kind: „Ich sehe, dass du nicht alles ganz genau machst. Weißt du was? Manchmal ist das sogar gut – es zeigt, dass du locker bleiben kannst, auch wenn viel los ist. Das ist eine wichtige Fähigkeit. Gleichzeitig ist es auch gut, wenn man bei bestimmten Dingen ein bisschen genauer ist. Wollen wir mal gemeinsam schauen, wo es sich lohnt, sorgfältiger zu sein

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Egoismus 

Ein Kind das nicht hilft und nicht teilt, nehmen wir als negativ wahr. Egoismus steht komplementär zur «Selbstaufgabe». Wenn wir dauernd Bedürfnisse anderer Menschen in der Vordergrund stellen, vergessen wir uns Selbst. Es braucht einen "gesunden Egoismus".

Ich sage dem Kind: „Du schaust gut zu dir selbst, wenn du dein Znüni nicht teilst – und das ist wichtig! Für sich selbst zu sorgen, darf man, und das machst du richtig gut. Wenn du aber ab und zu etwas teilst, merken die anderen Kinder: Du bist freundlich und denkst auch an sie. Wollen wir das heute mal zusammen ausprobieren?“

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Fassade

Es gibt Kinder, die sich eher verschliessen – sie wirken auf uns wie eine „Fassade“. Diese Zurückhaltung steht komplementär zur Offenheit. In bestimmten Situationen ist es sogar klug, sich nicht zu sehr zu öffnen, sondern achtsam und diplomatisch zu sein.

Ich sage dem Kind: „Ich habe das Gefühl, dir kann man wirklich Geheimnisse anvertrauen – du bist jemand, der nichts herumerzählt. Das ist in Freundschaften sehr wertvoll. Es ist schön, jemanden in der Klasse zu haben, der ruhig und verlässlich ist. Wenn du dich im Unterricht meldest, freue ich mich aber auch sehr – denn ich bin sicher, du hast gute Gedanken, die wir hören sollten.“

Praxis

Fragen Sie sich:

Welches Verhalten eines Kindes stört Sie im Moment?

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Gehen Sie folgende Schritte durch:

  1. Welche positive Fähigkeit steckt hinter diesem Verhalten?
    In welchem Kontext könnte dieses Verhalten sogar hilfreich oder sinnvoll sein?

  2. Sprechen Sie mit dem Kind darüber.
    Würdigen Sie die dahinterliegende Fähigkeit – das stärkt das Selbstwertgefühl des Kindes und baut Vertrauen auf.

  3. Schlagen Sie gemeinsam eine Lösung vor.
    Überlegen Sie zusammen, wie das Kind seine Stärke weiterentwickeln kann.

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Vertiefung: Psychologisches Wertequadrat

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