VERHALTENSKOMPASS
Teamcoaching bei Verhalten - eine andere Art der Supervision
Ein gutes Teamcoaching benötigt Resonanzraum.
Resonanzraum
Teamchoachings sind auch unter dem Namen "Supervision" bekannt. Bei vielen Supervisionen fehlt jedoch der Resonanzraum: Ein Raum der Offenheit, des Vertrauens und der Bewertungsfreiheit.
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Der Resonanzraum ist ausschlaggebend für die Qualität des Coachings. Es braucht im Coaching dringend eine Bewertungsfreiheit sowie Akzeptanz aller Beiträge. Es braucht keine Diskussionen und es braucht kein Richtig oder Falsch. Die gecoachte Lehrperson entscheidet für sich alleine, was sie mitnimmt und muss dies nicht den anderen Lehrpersonen äussern.

Ablauf
Ablauf
Dieses 50-minütige Coaching gliedert sich in folgende Phasen:
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Präsentation des Anliegens (10 Min.): Die Lehrperson stellt ihr aktuelles Anliegen vor. In dieser Zeit spricht ausschliesslich die Lehrperson.
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Verständnisfragen (5 Min.): Die Coachees haben die Möglichkeit, gezielte Rückfragen an die Lehrperson zu stellen, um ihr Anliegen vollständig zu verstehen. Es geht hierbei ausschliesslich um Klärung, nicht um Lösungsansätze.
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Schaffung des Resonanzraums (15 Min.): Anschliessend zieht sich die Lehrperson aus dem direkten Blickfeld zurück (bleibt aber hörbar). Nun gestalten die Coachees auf einem Plakat einen "Resonanzraum". Sie halten fest, was die Präsentation bei ihnen ausgelöst hat: Welche Gedanken kamen auf, wie fühlten sie sich, welche Aspekte sind besonders hängen geblieben oder beschäftigen sie? Der Fokus liegt hier auf der inneren Wahrnehmung (Gefühle, Körperempfindungen, kognitive Reaktionen) während der Präsentation. Es werden noch keine Lösungsvorschläge formuliert.
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Entschlüsselung des Schlüsselthemas (5 Min.): Basierend auf dem Resonanzraum formulieren die Coachees für die Lehrperson einen prägnanten Schlüsselsatz oder ein Schlüsselthema (Worum geht es bei ihrem Anliegen genau?). Dieser Satz wird ebenfalls auf das Plakat geschrieben und soll zielorientiert, motivierend, machbar und in der Ich-Form formuliert sein (Beispiele unten).
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Lösungssuche (10 Min.): Nun widmen sich die Coachees der Entwicklung von Lösungsideen und sammeln diese ebenfalls auf einem Plakat.
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Feedback der Lehrperson (5 Min.): Die Lehrperson kehrt zur Gruppe zurück und teilt mit, wie sie den gesamten Prozess erlebt hat und welche Eindrücke sie während der einzelnen Phasen gewonnen hat.
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Abschluss und Übergabe: Zum Abschluss werden die erstellten Plakate der Lehrperson übergeben. Sie hat nun die Möglichkeit, in Ruhe und eigenständig die gesammelten Resonanzen, das Schlüsselthema und die Lösungsvorschläge zu reflektieren und das für sich herauszunehmen, was für ihren Kontext passend und hilfreich ist.
Beispiele von
Schlüsselsätzen
Ich durchbreche die Wand, werde aktiv und stehe für meine Werte ein.
Ich gönne mir Pausen und Ruhe und bin Steuerfrau meiner Gesundheit.
Ich bin mutig und probiere aus, auch wenn ich scheitere. Ich konzentriere mich darauf, kleine, machbare Schritte umzusetzen."
Ich bewahre Ruhe und Präsenz in herausfordernden Situationen. Ich sehe die Situation mit Distanz aus der Vogelperspektive.
Ich entscheide mich bewusst dafür, meinen Fokus auf das Positive zu richten.
Rollen
Vor dem Coaching werden folgende Rollen unter dem Coachees aufgeteilt:
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Schreiber/in: Schreibt Resonanzen, Schlüsselthema und Lösungsvorschläge auf 2-3 Flipchart-Plakate auf.
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Zeit-Manager: Stellt auf dem Handy die Stoppuhr ein, sodass die Zeiten eingehalten werden.
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Moderator/in: Führt durch das Coaching und hat die Übersicht des Ablaufs. Begrüsst und verabschiedet. Weist darauf hin, wenn man vom Thema abkommt. Weist am Anfang auf die Regeln hin.
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"Lehrperson": Präsentiert ihr Anliegen. Sie darf ein Bild mitbringen, das mit ihr und dem Problem resoniert und es für die Präsentation des Anliegens zeigen.
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3 Regeln
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Alles, was im Coaching passiert, wird NICHT weitererzählt.
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Es gibt keine Bewertungen - besonders nicht im negativen Sinne. Das Coaching ist schamfrei.
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Nur die Lehrperson selbst darf zu einem späteren Zeitpunkt ihr Thema ansprechen und erneut eröffnen. Tut sie es nicht, ist kein Nachfragen erlaubt und das Thema bleibt bei der Lehrperson.
Quelle: Weiterbildung CAS 2 "Kommuikation und Coaching in der inklusiven Schule", Institut Unterstrass Zürich