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Verweigerung: Wie spreche ich, dass es klappt?

Junge im Hut
Verweigerung als Ausdruck nicht-gesehener Bedürfnisse
 

Liebe, Harmonie, Gemeinschaft, Freundschaft, Gelassenheit, Spiel & Spass, Leichtigkeit, Kraft, Entspannung, Rückzug, Ruhe, Selbstbestimmung, Freiheit, Schutz, Kreativität...

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Wir alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und Gefühle. In Freundschaften oder Partnerschaften ist es etwas vom Schönsten, wenn wir von anderen in unserem Bedürfnis gesehen werden. Kinder mit Vorbelastungen haben viele Befürfnisse, die von Eltern nicht gesehen und gestillt werden. In der Schule kann Verweigerung ein Ausdruck ungesehender Bedürfnisse sein.

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Die Bedürfnissprache kommt aus der Gewaltfreien Kommunikation. Ich wende sie in eigener, abgeänderter Form bei Kindern mit auffälligem Verhalten an.

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Um diese Kommunikation zu nutzen, müssen Sie das Kind in der Situation verstehen.

1. Schritt: Sich in das Kind hineinversetzen und sein Bedürfnis äussern

Das Kind muss sich von der Lehrperson wahrgenommen fühlen und innerlich mit ‚Ja, genau!‘ zustimmen können, was die Lehrperson sagt. Häufig äussern die Kinder auch laut ‚Ja, so ist es!‘ – sich gesehen zu fühlen, erdet und stärkt die Verbindung.

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Beispiel 1: Aggressives Kind

„Du magst Sina überhaupt nicht. Sie geht dir richtig auf die Nerven, oder? Am liebsten würdest du nicht mit ihr in der Klasse sein. Es stört dich, dass sie ständig bei den Lehrpersonen ist und so viel Hilfe braucht. Eigentlich wünschst du dir, auch so viel Unterstützung von uns zu bekommen.“

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Beispiel 2: Hochbegabtes Kind

"Du magst das Schreiben überhaupt nicht. Wenn du ein Blatt bekommst, legst du es einfach weg. Du kennst die Antworten ja sowieso, oder? Schreiben dauert viel zu lange und ist viel zu langsam – das nervt dich. Ich verstehe dich, ich hätte auch keine Lust, zu schreiben, wenn mein Kopf viel schneller denkt.“

2. Schritt: Dein Bedürfnis äussern

Wenn sich das Kind im ersten Schritt gesehen fühlt und es dies auch durch seine Worte oder Mimik zeigt, kann im 2. Schritt das eigene Bedürfnis empathisch kommuniziert und begründet werden.

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Beispiel 1: Aggressives Kind (Fortsetzung)

"Mir ist wichtig, dass wir freundlich miteinander umgehen. Im Klassenzimmer gilt die Regel: Wir schlagen uns nicht und verwenden keine bösen Worte. Diese Regel musst du einhalten. Wenn du das nicht tust, bekommst du eine Erinnerung an die Regel. Danach folgt eine Wieder-Gut-Machung."

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Beispiel 2:  Hochbegabtes Kind (Fortsetzung)

"Es ist mir wichtig, dass du das Geübte übst und festigst. Wir müssen in der Schule auch schreiben"

3. Schritt: Zuversicht zeigen,
Lösung finden

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In der Wir-Form sprechen und durch Fragen eine Lösung finden.

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Beispiel 1: Aggressives Kind (Fortsetzung)

"Was hilft dir, dass es heute klappt? Wir schaffen das, ich helfe dir."

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Beispiel 2: Hochbegabtes Kind (Fortsetzung)

"Was hilft dir heute, dass es klappt? Komm wir sammeln Ideen."

(4. Schritt: Rückschritt)

Rückschritte sind völlig normal. Wichtig ist, weiter dran zu bleiben.

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Beispiel 1: Aggressives Kind (bei Rückschritt)

"Es ist normal, dass es dir nicht immer gelingt. Du hast dir in den letzten Tagen viel Mühe gegeben, das habe ich gesehen. Heute hat es nicht geklappt, morgen versuchen wir es wieder."

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Beispiel 2: Hochbegabtes Kind (Fortsetzung)

"Heute ist nicht dein Tag, das ist in Ordnung. Denk fest an den Fussballer X (Vorbild), auch er hat schlechte Tage, aber er gibt nie auf."

Gewaltfreie Kommunikation

Rosenberg entwickelte das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation. Wenn es Sie interessiert, gibt es im Internet viele Kurse, um sich umfassend zu vertiefen.

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Bedürfniskarten findest du hier: https://www.empathiezone.ch/

Verhaltenskompass

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