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Gegenseitige Akzeptanz stärken: Ein Bilderbuch (1./2.Klasse)

Ein Machtkampf zwischen Lehrperson und Kind. Wer gewinnt?
- Das Kind will vor den anderen das Gesicht nicht verlieren.
- Die Lehrperson will nicht an Autorität büssen.

Eine für alle,
alle für einen!

Das Bilderbuch "Einer für alle - alle für einen" zeigt auf wunderschöne Weise, dass jedes Tier unterschiedliche Fähigkeiten besitzt und dass bei jedem die Fähigkeiten unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

 

Ursprünglich nutzte ich das Buch für einen Jungen mit kognitiver Beeinträchtigung. Dabei stellte ich fest, dass auch viele andere Kinder davon profitierten. Lernschwache Kinder bedankten sich sogar bei mir für diese Lektion. Dadurch wurde mir bewusst, dass ich mit dem Buch eine wichtige Botschaft vermittle: „Du bist gut so, wie du bist – wir haben alle verschiedene Lernfelder.“ Diese Botschaft tut vielen Kindern gut.

Welche Geschichten eignen sich? Wählen Sie eine Geschichte, die die unterschiedlichen Fähigkeiten der Tiere/Menschen schön hervorhebt und vielleicht sogar zeigt, wie sie sich gegenseitig helfen können, gerade weil sie unterschiedlich sind.

1./2. Klasse

Unterrichtslektion

(Doppellektion)

1) Einstieg

"Guten Morgen/Tag zusammen! Stellt euch mal vor, wir wären alle gleich. Alle könnten genau dasselbe gleich gut. Wäre das nicht irgendwie... langweilig? Heute wollen wir entdecken, wie spannend und toll es ist, dass wir alle ganz unterschiedlich sind. Dazu hören wir zuerst eine Geschichte von einigen besonderen Tieren..."

"Während ich die Geschichte erzähle, achtet gut darauf, was die Tiere besonders gut können – also ihre Superkräfte! – und wo es vielleicht etwas kniffliger für sie wird."

2) Erzählen der Geschichte

3) Bewegungspause

"Wenn die Musik stoppt, rufe ich einen Tiernamen und ihr müsst, je nach Tier, folgendes tun"

  • Igel: Unter ein Pult kriechen

  • Maus: Schnell zu einer Wand rennen

  • Maulwurf: Graben

  • Frosch: Auf einen Stuhl stehen

4) Im Kreis: Besprechen der Fähigkeiten der Tiere (Stärken und Lernfelder).
"Was habt ihr in der Geschichte gehört?" "Waskann das Tier richtig gut? Was ist seine Superkraft?" und "Wo wird es schwierig für das Tier? Wobei braucht es vielleicht Hilfe?"

 


 

5) Besprechen der Fähigkeiten - Schnellboot, Schiff, Ruderboot

Genauso wie die Tiere ganz unterschiedlich sind, sind auch wir Menschen, sind auch IHR, ganz unterschiedlich! Jeder von euch hat Dinge, die er super gut kann. Und jeder von euch hat auch Dinge, die noch Übung brauchen oder bei denen ihr Hilfe braucht. Und das ist toll und macht unsere Klasse so besonders!

  • Schnellboot: "Das Schnellboot saust ganz schnell und leicht über das Wasser. Das ist wie bei den Dingen, die IHR schon richtig gut könnt, die euch leichtfallen und bei denen ihr keine oder kaum Hilfe braucht. Das flutscht einfach!"

  • Begriff: "Das kann ich gut! Da brauche ich keine Hilfe mehr!"

  • Schiff: "Das Schiff ist grösser und braucht etwas mehr Anlauf, aber es kommt sicher an. Manchmal braucht man vielleicht einen Lotsen oder Hilfe beim Anlegen im Hafen. Das ist wie bei den Dingen, die ihr schon ziemlich gut könnt, aber manchmal braucht ihr vielleicht noch einen Tipp, eine kleine Hilfe oder es strengt noch etwas an."

  • Begriff: "Da brauche ich manchmal etwas Hilfe"

  • Ruderboot: "Das Ruderboot braucht ganz schön viel Kraft und Ausdauer, um vorwärtszukommen. Man muss sich anstrengen, üben und braucht oft Hilfe, um die richtige Technik zu lernen. Das ist wie bei den Dingen, die für euch noch neu sind, noch schwerfallen und bei denen ihr viel üben müsst und noch viel Unterstützung braucht, um besser zu werden." 

  • Begriff: "Das ist anstrengend! Das braucht viel Übung und Hilfe"

6) Arbeitsblatt

Kinder lösen das Arbeitsblatt und denken über ihre Fähigkeiten nach. Die Lehrperson zeigt vorher ihr Arbeitsblatt als Beispiel.

 

7) Sammeln und Austausch. Hervorhebung der Unterschiedlichkeit

Helfersystem,

Selbsteinschätzung

Weiterführung

Aufbau eines Helfersystems: Da die Lektion etabliert, dass jeder unterschiedliche "Schnellboote" (Stärken) und "Ruderboote" (Bereiche, die Übung brauchen) hat, normalisiert sie das Geben und Nehmen von Hilfe. Schüler, die in Mathematik ein "Schnellboot" haben, können ganz natürlich denjenigen helfen, die Mathe als "Ruderboot" empfinden. Dies fördert die Peer-Unterstützung und stärkt die Klassengemeinschaft auf eine nicht-wertende Weise. Man kann explizit darauf aufbauen, indem man z.B. eine "Helfer-Pinnwand" macht.

Selbsteinschätzung: Die Fahrzeuge (Boote) bieten den Kindern ein einfaches und greifbares Vokabular, um über ihre eigenen Fähigkeiten und ihren Lernprozess nachzudenken und zu sprechen. Sie können jederzeit sagen: "Das ist gerade mein Mathe-Ruderboot" oder "Lesen ist schon fast mein Schnellboot!". Dies befähigt die Kinder zur Reflexion über ihr Lernen und reduziert den Druck, "alles" können zu müssen. Es verschiebt den Fokus von "Ich bin schlecht in..." zu "Das brauche ich noch Übung bei...".

Verhaltenskompass

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