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Stillarbeitsphase - klare Instruktion!

Viele Verhaltensauffälligkeiten entstehen aus Unsicherheit, mangelnder Struktur oder unklaren Erwartungen. Durch präzise Instruktionen und deren konsequente Umsetzung lernen Schüler/innen, was von ihnen erwartet wird.

Was ist die «Stillarbeitsphase»?

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Ziel: Eine Stillarbeits-Phase zu schaffen, in der alle Schüler/innen konzentriert und selbstständig an ihren Aufgaben arbeiten können.

 

«Big five» Regeln (Beispiel):

  1. In dieser Zeit arbeite ich leise und konzentriert an meinen Aufgaben.

  2. Ich bereite mein Material sorgfältig vor: Es ist nur das Material auf dem Pult, das ich brauche.

  3. Ich sitze am Platz.

  4. Ich laufe nicht herum.

  5. Bei Fragen strecke ich leise auf und warte, bis ich dran bin.

 

Dauer: Verhaltensauffällige Kinder brauchen eine klare Vorstellung davon, wie lange die Arbeitsphase dauert: "Die Stillarbeitsphase dauert 20 Minuten." Uhr wird gestellt.

  • Tipp: Für jüngere Kinder oder Kinder mit wenig Konzentrationsspanne, beginnen Sie mit kürzeren Phasen (z.B. 10 Minuten) und steigern Sie diese allmählich.

 

Verankert durch ein Ritual (Beispiele)

Vor der Phase: Etablieren Sie ein kurzes Ritual vor jeder Stillarbeitsphase; z.B.

  • Tiefer Atemzug

  • Signal (z.B. Glocke, Klangschale)

  • Licht dimmen und dann wieder heller machen, als Zeichen für "Start"

  • einmal gemeinsam den Satz "Ich arbeite leise und konzentriert" flüstern

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Während der Phase: Ruhige Musik, Kopfhörer / Trennwände...​

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Umsetzung

1) Visualisieren Sie Regeln und Zeit! (Whiteboard)

  • Material-Check: "Bevor du beginnst: Überprüfe, ob du alles Material bereit hast, das du für die Aufgabe brauchst: Dein Heft, Bleistift, Radiergummi..."

  • Regeln: «Hier siehst du die Regeln, wer kann sie wiederholen?»

  • Zeit: «Wir arbeiten heute 20 Minuten.»

 

2) Während der Stillarbeitsphase (Begleitung und Konsequenz)

Hier ist Ihre Rolle als Beobachter, Unterstützer und "Regelhüter".

  • Leise Präsenz: Gehen Sie leise durch den Raum, beobachten Sie die Schüler/innen, geben Sie leise Hilfestellungen.

  • Nonverbale Signale: Oft reicht ein Blick, ein Zeigefest auf die Uhr, ein Finger auf die Lippen, um ein aufkommendes Fehlverhalten zu korrigieren.

 

3) Fehlverhalten

  • Fehlerkorrektur unmittelbar und ruhig: Reagieren Sie, wenn eine Regel gebrochen wird, aber bleiben Sie ruhig und sachlich. Gehen Sie auf das Kind zu. Präzise Benennung des Verhaltens: "Ich sehe, du sprichst gerade mit (Name). Unsere Regel für die Stillarbeitsphase ist: 'Ich arbeite leise für mich.'"

  • Angebot einer Wahl: "Du hast die Wahl: Entweder du arbeitest leise weiter hier, oder du gehst für 5 Minuten an den Einzeltisch/in den Ruheraum, um dich zu konzentrieren."

  • Konsequente Durchführung: Wenn das Kind sich nicht korrigiert, führen Sie eine logische Konsequenz ohne weitere Diskussion durch.

 

4) Nach der Stillarbeitsphase: Anerkennung und Reflexion

Diese Phase ist entscheidend für den Lernerfolg und die Motivation.

  1. Gemeinsame Reflexion (kurz und positiv):

    • "Ich habe gesehen, dass die meisten von euch sehr gut und leise gearbeitet haben. Das war super!"

    • "Was hat uns geholfen, so gut zu arbeiten?" (Kinder können selbst Strategien benennen.)

    • "Gibt es etwas, das beim nächsten Mal noch besser laufen könnte?"

  2. Individuelle soziale Anerkennung (Verstärkung):

    • Spezifisches Lob/Anerkennung: Gehen Sie gezielt auf einzelne Kinder zu, die sich besonders gut an die Regeln gehalten haben, oder die sich erkennbar bemüht haben. "Ich habe gesehen, wie gut du dich konzentriert hast, obwohl dein Nachbar dich ablenken wollte"

    • Kein Vergleich: Vermeiden Sie Vergleiche zwischen den Kindern.

    • Verstärkerpläne/Selbstkontrollkarten nutzen: Hier kommen die Selbstkontrollkarten ins Spiel! Das Kind kann seine eigene Leistung eintragen und Sie können das Ergebnis gemeinsam kurz besprechen und anerkennen (siehe «Selbstkontrollkarte»). Dies gibt dem Kind sofortiges, individuelles Feedback.

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Zusätzliche Tipps für Lehrpersonen:

  • Übung macht den Meister: Klare Instruktionen und Stillarbeitsphasen müssen wie jede andere Fähigkeit geübt werden. Das braucht Zeit und Geduld, besonders am Anfang des Schuljahres oder bei neuen Klassen.

  • Beziehung als Basis: Eine positive Beziehung zu den Schüler/innen ist die Grundlage, auf der alle Verhaltensmanagementstrategien aufbauen.

  • Einzelne Massnahmen nicht vergessen: Diese Strategie hilft beim Management des Verhaltens der ganzen Klasse, ersetzt aber nicht vereinzelte Massnahmen oder das Entgegenkommen spezifischer Bedürfnisse von Kindern.

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Setzen Sie die Stillarbeitsphase gezielt ein.

Verhaltenskompass

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