VERHALTENSKOMPASS
Coaching: Kind verstehen, Strategien erarbeiten
Gespräche mit Kindern oder sogenannte "Coachings" sind eine Möglichkeit, sodass sich das Kind mehr und mehr gesehen und verstanden fühlt. Durch die Coachings mit Kindern konnte ich nicht nur vertrauensvolle Beziehungen aufbauen, sondern gewann auch Einsichten in Denkmustern und Überzeugungen vom Kind selbst, welches zu mehr Verständnis zum jeweiligen herausfordernden Verhalten und auch zu einer besseren Förderung dieses Kindes geführt hat. Coachings sind meistens 20-30 Minuten lang und können von der KLP oder der IF-Lehrperson geführt werden.



Ein Coaching gibt uns Hinweise für elementare Bedürfnisse der Kinder. Hier: Schwierige familiäre Situation mit den Geschwistern.

Kind fühlt sich nicht zugehörig: "Ich brauche Freunde"
2 unterschiedliche Ziele des Coachings
Ziel 1: Kind Verstehen - Miteinander ins Gespräch kommen OHNE den anderen zu bewerten.
Wann? Wenn ich kein Draht zum Kind habe oder ich über sein Verhalten verunsichert bin.
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Ziel 2: Gemeinsame Erarbeitung von Strategien in schwierigen Situationen.
Wann? Das Kind zeigt immer wieder die gleiche Bewältigungsstrategie (z.B. Schlagen).
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Um miteinander zu sprechen helfen Bildkarten oder Gefühlsmonster. Die Bildkarten lassen sich gut als Postkarten sammeln aus Restaurants, Bars, anderen Ländern, etc. oder sie werden ausgedruckt. Die Gefühlsmonsterkarten findest du auf www.gefuehlsmonster.de.

Gefühlsmonster (Zimmer K3)

Postkarten und ausgedruckte Bilder (Zimmer K3)
Ort aussuchen
Als Ort für ein Gespräch schafft ein Sofa oder ein Teppich eine andere, mehr gelassene Atmosphäre als ein Tisch. Wenn ihr euch doch an einen Tisch setzt kann man sich überlegen, wie sich das Kind am wohlsten fühlt (vis-à-vis, nebeneinander, seitlich).
Bei Kindern, die sich wenig öffnen, eignet sich auch nebenbei eine Handlung auszuführen, die das Kind mag (z.B. etwas bauen, spielen, malen, Ball passen, etc.). Bei kleinen Kindern können auch Plüschtiere oder Puppen mitgebracht und zur "Puppe" gesprochen werden.
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Wichtig
Wichtig:
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Bewerten Sie Aussagen des Kindes nicht. Wenn Sie bewerten, kann sich das Kind verschliessen.
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Wenn das Kind nichts erzählt, ist es auch in Ordnung. Sie können dann das Gespräch beenden, sich für die Zeit bedanken und ein anderes Mal wieder durchführen (für Kinder kann es anfangs komisch sein).
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Gesprächspausen sind in Ordnung.
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Probieren Sie sich anfangs von ihren eigenen Theorien zum Verhalten des Kindes zu distanzieren. Ansonsten hören Sie nur das, was Sie hören wollen.
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Wiederholen oder wiedergeben Sie das Gesagte in eigenen Worten.
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Auch wenn Sie kein "Ergebnis" haben - Sie haben Beziehungsarbeit geleistet!
Keine Zeit für Coachings
als KLP?
Coachings sollen nicht als etwas Zusätzliches gesehen werden, sondern als fester Bestandteil des Unterrichts.
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Wann es gut eingeplant werden kann:
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Ich nehme mir besonders am Anfang des Schuljahres mehr Zeit für verhaltensauffällige Kinder, lerne sie kennen und plane Gespräche ein.
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Bei der Anwesenheit einer Klassenassistenz oder einer anderen LP (bei Ritualen oder einfacheren Aufgaben) nehme ich das Kind heraus.
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Häufig schaffe ich Zeit für Beziehung in der Morgenzeit oder direkt nach der 10 Uhr Pause.
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Ein positiver Effekt meiner Coaching-Erfahrung ist, dass ich gezielte Fragen zur Begleitung von Kindern bereits im Unterricht einfliessen lasse – dadurch sind nur noch wenige Einzelgespräche notwendig.
Coachingform aus CAS "Kommunikation & Coaching" Institut Unterstrass Zürich