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Unterrichtssequenz: Respekt lernen

Unterrichtssequenz
 

"Wir haben die Regel "Freundlicher Umgang miteinander". Dazu gehört, dass wir andere nicht beleidigen. Wie kann man sich wehren ohne den anderen zu beleidigen?"

1. Einstieg: Erinnerung und Erfahrungsaustausch

"Wir alle kennen Situationen, die uns wütend machen. Das können bestimmte Dinge sein (hier Beispiele nennen, angepasst an die Altersgruppe). Manchmal sind es auch andere Menschen, die Wut in uns auslösen. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich wütend auf jemand war, als... (persönliches Beispiel der Lehrperson). Wann habt ihr das letzte Mal Wut auf jemand anderen empfunden?"

 

2. Sammlung von Reaktionsweisen (Fluchwörter, verbale Angriffe)

"Wenn wir wütend sind, kann es schnell passieren, dass wir den anderen beleidigen oder unbedachte Worte äussern, um uns zu verteidigen oder unsere Emotionen auszudrücken. Auch ich habe in solchen Momenten schon unpassende Ausdrücke verwendet. Welche Wörter oder Sätze fallen euch in solchen Situationen ein, in denen ihr euch wehren wollt?"

(Anmerkung: "Fluchwörter" könnte je nach Altersgruppe durch "verletzende Ausdrücke" ersetzt werden.)

Alle genannten Ausdrücke, die verwendet werden, um sich zu wehren, werden im Kreis gesammelt und auf Zettel notiert. Die Lehrperson ergänzt die Sammlung gegebenenfalls. Alternativ können die Ausdrücke auch in Kleingruppen zusammengetragen und anschliessend im Plenum vorgestellt werden.

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3. Differenzierung und Bewertung von Ausdrücken

"Es gibt verbale Reaktionen, die andere Menschen sehr stark verletzen und inakzeptabel sind. Wenn jemand zu mir 'Arschloch' sagt, löst das in mir Wut und gleichzeitig tiefe Verletzung aus. Welche Wörter oder Ausdrücke sind eurer Meinung nach besonders verletzend und unangemessen im Umgang miteinander?"

Die Klasse nimmt nun eine Einteilung der gesammelten Ausdrücke anhand von drei Farbkategorien vor:

  • Rot: Stark verletzend

  • Gelb: Verletzend

  • Grün: Akzeptabel/Neutral

Es ist möglich, dass die Kinder einige Ausdrücke unterschiedlich stark einschätzen. Wichtig ist jedoch: Wenn sich eine Person durch ein bestimmtes Wort verletzt fühlt, wird dieses Wort in die Kategorie 'verletzend' eingeordnet.

4. Vereinbarung und Alternativen

"Wir vereinbaren gemeinsam, dass die als rot und gelb eingestuften Wörter in der Schule nicht verwendet werden, da sie andere verletzen können. Beispiele für solche Wörter sind 'Arschloch', 'Fuck you', 'Du dumme Kuh' (hier weitere Beispiele der Kinder erwähnen). Als respektvolle Alternativen könnt ihr die als grün eingestuften Wörter nutzen, wie beispielsweise 'Mist', 'Gopf', 'So ein Müll', 'Stopp', 'Du machst mich wütend', 'Geh weg', da diese nicht verletzen."

Sollten noch keine oder wenige grüne Ausdrücke vorhanden sein, können in Gruppen akzeptable Formulierungen gefunden werden.

"Wenn ich ein rot oder gelb eingestuftes Wort höre, wirst du eine Wiedergutmachungsaufgabe aus unserer Kartei wählen."

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5. Abschluss und Ausblick

"Es ist ganz natürlich, dass wir manchmal wütend auf andere sind oder uns von ihnen verletzt fühlen. Unser Ziel ist es, einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen und uns in schwierigen Momenten mit Worten auszudrücken, die niemanden verletzen (grüner Bereich). Da dies am Anfang eine Herausforderung sein kann, werde ich zunächst mit einer Ermahnung reagieren, wenn ich ein verletzendes Wort höre."

Die Liste der akzeptablen (grünen) Ausdrücke wird im Klassenzimmer ausgehängt.

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Ergänzung:

"Ergänzend zu dieser Vereinbarung ist es sinnvoll, die Emotion Wut genauer zu thematisieren und gemeinsam Strategien für einen konstruktiven Umgang damit zu entwickeln."

Verhaltenskompass

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