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Snowy Waldbäume

SELBSTFÜRSORGE

"Möglicherweise verfolgen wir ein Perfektionsideal, das beinhaltet, mit schwierigen Situationen souverän umgehen zu können. Wir nehmen wahr, dass es uns nicht immer gelingt. Die Balance zwischen persönlichen Hoffnungen, mit der die pädagogische Arbeit begonnen wird, und Misserfolgen in der Begegnung mit seelisch belasteten Menschen ist häufig schwer zu halten." (Hehn-Oldiges, 2021)

Wissen

"Nur Sie selbst, können gut auf sich selbst achten. Es wird kein anderer für Sie tun."

Die psychoemotionale Belastung in unserem Beruf ist hoch: Kinder mit herausforderndem Verhalten können uns im Alltag immer wieder auf die Probe stellen und unsere Reaktionen testen. Es ist nicht leicht, tiefsitzende Verhaltensweisen bei Kindern zu verändern. Das kann auch Dich an Deine Grenzen bringen, Dich triggern und Gefühle wie Hilflosigkeit, Frustration oder sogar Ärger auslösen. Die grosse Herausforderung dabei ist, bei Dir selbst und Deiner professionellen Haltung zu bleiben, Dich nicht emotional mitreissen zu lassen oder in abwertende Gedanken zu verfallen. Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl sind wichtig.

Gut zu wissen: Du musst nicht sofort entscheiden oder reagieren! Manchmal ist es heilsam, Konfliktsituationen bewusst zu vertagen, um nicht in die eigene Verletzlichkeit zu geraten und um mit mehr Klarheit handeln zu können.

Im therapeutischen Bereich gibt es manchmal die Möglichkeit, die Betreuung eines Kindes in andere Hände zu geben, wenn eine professionelle Distanz (z.B. bei starker innerer Ablehnung oder zu grosser emotionaler Nähe) nicht mehr aufrechterhalten werden kann. In der Schule stehen wir oft vor einer anderen Realität und müssen uns fragen: Wie können wir innerhalb unseres Systems flexible Wege finden, um die nötige Distanz zu wahren und so wieder in unsere Selbstfürsorge zu finden?

 

Auf dieser Seite findest Du Unterstützung und konkrete Anregungen:

  • Erschöpfung erkennen: Woran Du merkst, dass Deine Akkus leer sind.

  • Ursachen verstehen: Die Hintergründe Deiner Belastung beleuchten.

  • Wege zur Stärkung: Strategien und Möglichkeiten zur Bewältigung.

  • Praxistipps für die Schule: Ideen zum Energiesparen im Schulalltag & wertvolle Erfahrungsberichte von Kolleg/innen.

Unsere Stabilitätsanker: Die 3 Säulen der Belastbarkeit

Wir Menschen verfügen über eine beachtliche Fähigkeit, Stress zu bewältigen. Diese innere Widerstandskraft, die Resilienz, stützt sich häufig auf 3 zentrale Lebensbereiche. Man kann sich diese wie drei Säulen vorstellen. Solange diese stark sind und gut gepflegt werden, können sie uns auch in herausfordernden Zeiten Halt geben. Gerät eine dieser Säulen vorübergehend ins Wanken, können die anderen beiden oft noch für einen gewissen Ausgleich sorgen und die Situation kompensieren. Wenn jedoch mehrere Säulen gleichzeitig über längere Zeit vernachlässigt werden, erhöht sich das Risiko, dass wir in einen Zustand der Erschöpfung geraten.

Ein Blick auf die drei Säulen

  1. Säule: Arbeit & Engagement Hierzu zählen alle Bereiche, in denen wir uns engagieren, Ziele verfolgen und Bestätigung erfahren können – sei es im Beruf, in der Ausbildung, im Ehrenamt oder bei persönlichen Projekten.

    • Mögliche Stressfaktoren: Anhaltende Überforderung, das Gefühl mangelnder Kontrolle, unerreichbar hohe (eigene) Ansprüche, Konflikte am Arbeitsplatz oder fehlende Anerkennung.

  2. Säule: Körperliche & Mentale Gesundheit Unser körperliches und seelisches Wohlbefinden bildet das Fundament dieser Säule. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Erholung, regelmässige Bewegung sowie ein achtsamer Umgang mit den eigenen mentalen Ressourcen.

    • Mögliche Stressfaktoren: Akute oder chronische Krankheiten, Schlafmangel, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährungsgewohnheiten, fehlende Entspannungsphasen oder ständiges "Nicht-zur-Ruhe-Kommen".

  3. Säule: Soziales Netz & Beziehungen Diese Säule nährt sich aus unseren Beziehungen zu Familie, Freunden, Partnern und Kollegen. Ein unterstützendes soziales Umfeld, das Gefühl von Zugehörigkeit und wertschätzende Kontakte sind hier zentral. Auch ein gesundes Selbstwertgefühl und die Fähigkeit zu Selbstmitgefühl spielen eine wichtige Rolle.

    • Mögliche Stressfaktoren: Konflikte in der Familie oder im Freundeskreis, Einsamkeit, fehlende soziale Unterstützung, aber auch ein niedriges Selbstwertgefühl oder mangelnde Selbstfürsorge im emotionalen Bereich.

Ein Bewusstsein für diese drei Säulen und deren Zustand kann uns helfen, frühzeitig zu erkennen, wo Ungleichgewichte entstehen, und aktiv Schritte zur Stärkung unserer inneren Balance einzuleiten.

Wenn's zu viel wird...

Alles was ich aktiv gestalten kann, hält gesund. Alles, was ich passiv erleide, macht krank.

Wenn sich Plan A ohnmächtig anfühlt, brauchen Sie einen Plan B.

Schule: Energie sparen

Erfahrungen & Aussagen: Umgang mit Stress, was hilft?

Der Umgang mit stressigen Situationen ist von Person zu Person verschieden und sehr komplex. Er ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren wie Arbeitsbedingungen, Arbeitsbelastung, eigene Persönlichkeit, Bewältigungsmechanismen, Einstellung zur Arbeit, zwischenmenschlichen Beziehungen, Lebensstil, etc. Es ist wichtig, dass jede Person herausfindet, was ihr gut tut.

Was können Sie heute und morgen

Gutes für sich tun?

Der Weg aus der Belastung ist der Weg zurück zu sich selbst. Zum Echten, zum Realistischen, zum Wesentlichen und dort zur Gesundheit und Zufriedenheit. M.Priess, Psychotherapeutin

Verhaltenskompass

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