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Freundlicher Kreis

STRUKTUR, HALT & ERWARTUNGEN

Menschen mit seelischen Belastungen und Wahrnehmungsbesonderheiten haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach geordneten Umgebungsbedingungen. Eine Umgebung, die ihnen Verlässlichkeit, Sicherheit und Orientierung bietet, trägt dazu bei, sich emotional zurechtzufinden (Hehn-Oldiges, 2021).

Wissen

Sicherheit und Orientierung bei Verhalten: Klare Werte und Grenzen setzen!

Kinder mit Vorbelastungen fordern uns immer wieder heraus, was normal ist. Um herausforderndes Verhalten zu reduzieren, ist neben dem Beziehungsaufbau auch eine strukturierte Lernumgebung mit klaren Regeln und logischen Konsequenzen zentral. Dabei geht es nicht um Bestrafung, sondern um Orientierung und Struktur. Die Lehrperson sollte sich im ersten Schritt darüber im Klaren sein, welche Werte in ihrer Klasse gelten sollen – zum Beispiel ein respektvoller Umgang miteinander. Für grundlegende Regeln wie „nicht schlagen“ oder „nicht beleidigen“ können klare Konsequenzen im Vorfeld gemeinsam mit den Kindern besprochen und vereinbart werden. Das entlastet im Unterrichtsalltag und gibt den Kindern einen stabilen Rahmen, in dem sie sich bewegen können.

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Ich als Lehrperson bin glaubwürdig und zeige Haltung für Werte, die mir wichtig sind.

 

Wird die Beziehung durch Konsequenzen gefährdet?

Wird die Konsequenz dem Kind respektvoll vermittelt, sachlich erklärt und besteht eine Vertrauensbasis ist die Beziehung nicht gefährdet. Es ist wichtig, nach der Schule mit dem Kind über den Verstoss zu sprechen, evtl. die Eltern miteinzubeziehen und konsequent zu handeln!

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Beispiel einer sprachlichen Äusserung:

1) Verständnis zeigen - Verhaltensauffällige Kinder sollten sich verstanden fühlen:

"Mir ist klar, dass dir Freundschaften wichtig sind und du deshalb im Unterricht lustig sein möchtest."

2) Dein Bedürfnis äussern:

"Wir arbeiten hier leise, das ist die Regel, und dabei bleibe ich konsequent. Ich akzeptiere dein Verhalten nicht. Ich sorge mich um dich, denn es ist mir wichtig, dass du vorankommst."

3) Lösungen zum Problem sammeln - Kind in Prozess miteinbeziehen:

"Was denkst du, könnten wir tun, damit es morgen besser läuft?" / "Ich habe bemerkt, dass du oft lustig bist. Gibt es bestimmte Zeiten im Unterricht, in denen wir das Gefühl haben, dass es besser passt lustig zu sein?"

Verhaltensfalle 1: "Warum hast du das gemacht? Du weisst doch, dass du das nicht darfst!" - Warum, warum, warum...

  • Schuldzuweisungen führen beim Kind oft zur Selbstverteidigung und die Schuld wird auf das Verhalten eines anderen Kindes geschoben.

  • Ist das Kind emotional noch aufgeladen, kann es nicht sachlich denken. Wenn sich die Situation beruhigt hat, kann man darüber sprechen.

  • Kinder mit Vorbelastungen wissen nur der oberflächliche Grund für ihr Verhalten oder kennen den Grund nicht. Häufig verstehen wir Lehrpersonen den Grund besser. Dann reicht es zu sagen, dass man das Verhalten nicht akzeptiert und es eine Wiedergutmachung braucht.

  • Wenn man doch darüber spricht - Bessere Wortwahl: "Was wolltest du erreichen?" "Du hast das getan, weil...?"

(Hehn-Oldiges, 2021, S.66f.)

Verhaltensfalle 2: Ohnmachterleben - Wenn Strenge kontraproduktiv wird

Zu strenge oder willkürliche Massnahmen können bei stark herausfordernden Kindern zum Widersetzen führen und ein erneutes Ohnmachtgefühl auslösen. Wichtig ist hier, dass die LP nicht nur Strenge zeigt, sondern auch gleichzeitig die Bedürfnissen des Kindes im Auge behält (siehe unten z.B. "Starker Widerstand").

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Praxis

Verhaltenskompass

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